Der Bahnhof Peißenberg

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Stationssteckbrief der Bayerischen Eisenbahngesellschaft mit Angaben zu allen Einrichtungen für den Reiseverkehr

Aktuelle Abfahrts und Ankunftspläne

Der Bahnhof Peißenberg ist der betriebliche Mittelpunkt der Pfaffenwinkelbahn. Auf seinen beiden verbliebenen Gleisen findet stündlich die Kreuzung der Taktzüge statt. Weiters wenden hier die im Berufsverkehr zusätzlich verkehrenden Zwischentaktzüge aus Weilheim.

Die antiquierte Sicherungstechnik erlaubt kein gleichzeitiges Einfahren der beiden kreuzenden Züge, da in jeder Richtung nur ein Ausfahrsignal ohne zusätzliche Sicherung durch zumindest Sperrsignale existiert. Dadurch endet die Einfahrfahrstraße erst hinter der gegenüberliegenden Einfahrweiche in der konkurrierenden Einfahrfahrstraße. Aus diesem Grund bleibt der zweite Zug gesichert vor seinem Einfahrsignal, bis der erste Zug am Bahnsteig zum Stehen gekommen ist. Erst dann erhält der zweite Zug die Erlaubnis zur Einfahrt in den Bahnhof.

Verschärft wird dieses Problem noch durch den, innerhalb des Bahnhofes gelegenen Bahnübergang "Thalackerstraße". Dieser, mit einer durch Kamera ortsüberwachten Vollschrankenanlage ausgestattete Übergang wird während der Kreuzung zweimal geschlossen und wieder geöffnet. Dies bedeutet für den zuerst einfahrenden Zug einen Aufenthalt von sechs Minuten. Somit werden 15 % der Gesamtfahrzeit von Schongau nach Weilheim für den Kreuzungsvorgang verbraucht.

Ein geplanter Umbau des Bahnhofes, für den bereits Fördermittel von über 800.000 Euro bereit standen, scheiterte an der nicht erfolgten Zustimmung des Gemeinderates zu einer Beteiligung am nötigen Umbau des Bahnüberganges Thalackerstraße. Für das Jahr 2019 ist jedoch der engütige barrierefreie Ausbau des Bahnhofes vorgesehen. Dabei werden die Bahnsteige auf eine Höhe von 55 cm gebracht. Ebenso ist die Errichtung eines elektronischen Stellwerkes geplant, das von Weilheim aus ferngesteuert werden soll. Damit werden endlich auch gleichzeitige Einfahrten aus beiden Richtungen möglich. Der Bahnübergang Thalackerstraße wird entsprechend technisch angepasst.

Sein heutiges Erscheinungsbild als, auf die minimalst für den Betrieb notwendigen Gleise reduzierter Kreuzungsbahnhof, zeigt nicht mehr seine frühere Bedeutung als Anschluß des Peißenberger Bergwerkes. Von den früheren, sehr umfangreichen Gleisanlagen für den Güterverkehr und der Anschlußbahn des Bergwerkes ist nichts mehr erhalten.

Bis zum Ende des Bergwerkes 1971/72 wurde noch in großem Umfang Kohle abgefahren. Anschließend wurde über die Anschlußbahn Schweröl, ab 1991 leichtes Heizöl, für das, auf dem Bergwerksgelände gelegene Kraftwerk angeliefert, dass im Rahmen der Schließung des Bergwerkes von Kohle auf Öl umgestellt wurde. Diese Transporte endeten, nachdem das Kraftwerk im Jahr 2000 stillgelegt wurde. Die beiden heute bestehenden Motorheizkraftwerke werden mit Gas über Rohrleitung betrieben.

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